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Passwort-Check: wie sicher ist mein Passwort?

Ein Passwort gilt als sicher, wenn es mindestens 12 zufällige Zeichen hat, keinem Muster folgt und in keiner Leak-Liste steht. Ab rund 60 Bit Entropie hält es auch Offline-Angriffen stand. Der Check unten bewertet deine Eingabe in deinem Browser, es wird nichts gesendet.

Passwort-Check

Prüft Länge, Zeichenklassen und Muster und schätzt, wie lange ein Angreifer bräuchte.

Lokal im Browser

Tipp: Du musst nicht dein echtes Passwort eintippen. Ein Passwort nach demselben Muster (gleiche Länge, gleiche Bausteine) liefert dieselbe Bewertung.

Bewertung
Bit Entropie (Schätzung)
Zeichen
von 4 Zeichenklassen

Geschätzte Knackzeit

Angriff Rate Dauer im Mittel
Online, gegen ein Login mit Ratenbegrenzung 100 Versuche/s
Offline, gegen eine gestohlene Hash-Datenbank 10 Mrd. Versuche/s

Auffälligkeiten

    Datenschutz: Die Eingabe wird ausschließlich in deinem Browser ausgewertet. Diese Seite sendet das Passwort nicht an einen Server, speichert es nicht und übergibt es an kein Analyse- oder Tracking-Werkzeug. Ein Wechsel oder Neuladen der Seite löscht die Eingabe.

    Wie der Check bewertet

    Die Bewertung folgt dem Grundgedanken des Modells zxcvbn, das Dropbox 2016 vorgestellt hat: Nicht die Zeichenklassen entscheiden, sondern die Zahl der Möglichkeiten, die ein Angreifer tatsächlich durchprobieren muss. Der Check arbeitet in vier Schritten.

    1. Zeichenvorrat bestimmen. Kleinbuchstaben zählen 26, Großbuchstaben 26, Ziffern 10, Sonderzeichen 33 (die 32 druckbaren ASCII-Sonderzeichen plus das Leerzeichen, das der Generator nicht erzeugt und deshalb mit 94 rechnet). Ein Zufallszeichen aus allen vier Klassen ist damit log₂(95) ≈ 6,57 Bit wert.
    2. Muster suchen. Geprüft werden eine Liste der rund 100 häufigsten Passwörter (ganz, als Bestandteil und mit Ersetzungen wie 0 für o), Tastaturfolgen wie qwertz, asdf oder 12345 in beide Richtungen, Zeichenfolgen mit festem Abstand wie abcd oder 9876, Jahreszahlen von 1900 bis 2099, Wiederholungen wie aaa und wiederholte Blöcke wie abab.
    3. Entropie zusammensetzen. Jedes gefundene Muster ersetzt die Zufallsannahme für die betroffenen Zeichen: Ein Listenwort zählt log₂(100) ≈ 6,6 Bit, eine Jahreszahl 7 Bit, eine Tastatur- oder Zeichenfolge 4 Bit plus log₂ ihrer Länge, eine Wiederholung wie ein einzelnes Zeichen plus Länge. Alle übrigen Zeichen zählen als Zufallszeichen aus dem Vorrat. Die Summe ist die geschätzte Entropie.
    4. Knackzeit ableiten. Im Mittel muss ein Angreifer die Hälfte des Suchraums durchprobieren:

    Dauer = 2(Entropie − 1) ÷ Versuche pro Sekunde

    Für den Online-Angriff gegen ein Login mit Ratenbegrenzung rechnet der Check mit 100 Versuchen pro Sekunde, für den Offline-Angriff gegen eine gestohlene Hash-Datenbank mit 1010, also 10 Milliarden Versuchen pro Sekunde.

    Durchgerechnetes Beispiel: Sommer2024!

    Das voreingestellte Beispiel hat 11 Zeichen aus allen vier Klassen. Nach Zeichenklassen allein wären das 11 × 6,57 = 72 Bit, ein starkes Passwort. Die Mustersuche findet aber „sommer“ in der Liste der häufigsten Passwörter (6,6 Bit), die Jahreszahl „2024“ (7 Bit) und nur ein freies Zeichen, das Ausrufezeichen (6,6 Bit). Zusammen sind das rund 20 Bit.

    Online braucht ein Angreifer damit im Mittel 219,2 ÷ 100 ≈ 6.000 Sekunden, also etwa zwei Stunden. Offline ist das Passwort in unter einer Sekunde gefunden. Zum Vergleich: kL9#pQ2v, acht Zeichen aus dem Passwort-Generator, kommt auf 53 Bit, das sind online über eine Million Jahre und offline rund vier Tage.

    Typische Werte

    Passwort Befund Entropie Online, 100/s Offline, 1010/s
    123456Platz 1 der Liste1 Bitsofortsofort
    Sommer2024!häufiges Wort und Jahreszahl20 Bit2 Stundensofort
    kL9#pQ2v8 Zufallszeichen, 4 Klassen53 Bit1,1 Mio. Jahre4 Tage
    kL9#pQ2vX7mR12 Zufallszeichen, 4 Klassen79 Bit86 Bio. Jahre856.000 Jahre
    16 Zufallszeichen4 Klassen, kein Muster105 Bitüber 1 Billiarde Jahre70 Bio. Jahre

    Was die Bewertungsstufen bedeuten

    • Sehr schwach: unter 28 Bit oder in der Liste häufiger Passwörter. Offline sofort, online je nach Muster in Sekunden bis Tagen.
    • Schwach: unter 40 Bit oder kürzer als 8 Zeichen. Offline in Sekunden, online in Wochen bis Jahrzehnten.
    • Mittel: 40 bis 59 Bit. Reicht für Logins mit Ratenbegrenzung und zweitem Faktor, offline aber in Minuten bis Monaten zu finden.
    • Stark: 60 bis 79 Bit. Hält Offline-Angriffen Jahre bis Jahrhunderttausende stand.
    • Sehr stark: ab 80 Bit. Nach heutigem Stand nicht durch Ausprobieren zu finden.

    Was BSI und NIST empfehlen (Stand 2026)

    Das BSI nennt zwei gleichwertige Wege: mindestens 8 Zeichen aus vier Zeichenarten oder mindestens 25 Zeichen aus zwei Zeichenarten, für WLAN mindestens 20 Zeichen. NIST SP 800-63B in der Revision 4 von 2025 verlangt mindestens 15 Zeichen, wenn das Passwort der einzige Faktor ist, und 8 Zeichen mit zweitem Faktor; Dienste sollen keine Komplexitätsregeln erzwingen und Passwörter gegen Leak-Listen prüfen. Beide Stellen empfehlen einen Passwortmanager, weil er das eigentliche Problem löst: für jedes Konto ein eigenes, langes Passwort, das niemand sich merken muss. Wie du zu einem solchen Passwort kommst, zeigt der Passwort-Generator.

    Hinweise und Grenzen

    • Die Mustersuche kennt rund 100 häufige Passwörter, aber kein Wörterbuch. Namen, Orte, Haustiere und gewöhnliche Wörter werden nicht erkannt und zu gut bewertet. Angreifer nutzen Wörterbücher mit Millionen Einträgen.
    • Persönliche Bezüge wie Geburtstage, Kennzeichen oder Adressen kann der Check nicht erkennen. Sie sind für gezielte Angriffe die erste Wahl.
    • Die Angriffsraten sind Annahmen. Mit langsamen Hash-Verfahren wie bcrypt oder Argon2 sinkt die Offline-Rate auf Tausende pro Sekunde, mit schnellen wie MD5 oder NTLM steigt sie auf über 100 Milliarden.
    • Ein Passwort, das in einem Datenleck steht, ist unabhängig von der Bewertung verbrannt. Der Check gleicht bewusst nicht mit Leak-Datenbanken ab, weil das eine Übertragung erfordern würde.
    • Die Bewertung ersetzt keinen zweiten Faktor. Wo er angeboten wird, gehört er eingeschaltet.

    Quellen

    • Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI): Sichere Passwörter erstellen. Cyber-Sicherheitsempfehlungen, Accountschutz.
    • National Institute of Standards and Technology (NIST): Special Publication 800-63B, Revision 4, Digital Identity Guidelines: Authentication and Authenticator Management, Juli 2025.
    • Daniel Lowe Wheeler (Dropbox): zxcvbn: Low-Budget Password Strength Estimation. USENIX Security Symposium 2016.
    • NordPass: Top 200 Most Common Passwords (jährliche Auswertung); Troy Hunt: Have I Been Pwned, Pwned Passwords. Grundlage der eingebetteten Liste häufiger Passwörter.

    Häufige Fragen

    Wird mein Passwort gespeichert oder irgendwohin gesendet?

    Nein. Die Bewertung läuft vollständig im Browser, die Seite enthält keinen Aufruf an einen Server und übergibt die Eingabe an kein Tracking-Werkzeug. Beim Verlassen der Seite wird das Eingabefeld geleert. Prüfen kannst du das im Netzwerk-Tab der Entwicklerwerkzeuge: Während der Eingabe entsteht keine Anfrage.

    Soll ich mein echtes Passwort eingeben?

    Du kannst, musst aber nicht. Ein Passwort nach demselben Bauplan, also gleiche Länge, gleiche Zeichenarten, gleiche Art von Wort oder Zahl, bekommt dieselbe Bewertung. Wer auf Nummer sicher gehen will, tauscht die Buchstaben eines Wortes gegen ein anderes Wort gleicher Länge.

    Warum bewertet der Check ein Passwort aus normalen Wörtern zu gut?

    Der Check kennt rund 100 der häufigsten Passwörter, aber kein vollständiges Wörterbuch. Ein Passwort wie ein Vorname mit Geburtsjahr wird deshalb nur an der Jahreszahl erkannt, das Wort davor zählt wie Zufallszeichen. Angreifer haben solche Wörterbücher, deshalb gilt: Ein Passwort aus bekannten Wörtern ist schwächer, als die Anzeige nahelegt.

    Was ist der Unterschied zwischen Online- und Offline-Angriff?

    Online probiert der Angreifer Passwörter direkt am Login des Dienstes. Dort bremsen Ratenbegrenzung und Sperren, deshalb rechnen wir mit 100 Versuchen pro Sekunde. Offline besitzt er eine gestohlene Datenbank mit Passwort-Hashes und probiert auf eigener Hardware, mit Grafikkarten sind 10 Milliarden Versuche pro Sekunde und mehr möglich. Gegen den zweiten Fall zählt allein die Entropie.

    Mein Passwort ist stark. Muss ich es trotzdem ändern?

    Ja, wenn du es bei mehr als einem Dienst verwendest oder es in einem bekannten Datenleck aufgetaucht ist. Dann spielt die Stärke keine Rolle mehr, weil der Angreifer es nicht raten muss. Ein starkes, einzigartiges Passwort ohne Leak-Treffer kannst du dagegen behalten, ein turnusmäßiger Wechsel bringt nach BSI und NIST keinen Sicherheitsgewinn.