Dieser Ratgeber enthält Partnerlinks. Kaufst du darüber ein, erhalten wir eine Provision. Auf unsere Einschätzung hat das keinen Einfluss.
Funk-Alarmanlagen haben sich im Bestand durchgesetzt, weil sie ohne Schlitze in der Wand auskommen. Diese Freiheit erkauft man sich mit zwei Themen, die bei verkabelten Anlagen schlicht nicht existieren: Die Melder brauchen Batterien, und die Verbindung zur Zentrale läuft über einen Weg, den man nicht sehen kann. Beides ist lösbar, aber nur wenn man beim Kauf darauf achtet.
Funkprotokolle und Reichweite
Die meisten Systeme arbeiten auf einem der frei nutzbaren Frequenzbänder. Welches davon ein Hersteller nutzt, hat direkte Folgen für Reichweite und Störungsanfälligkeit.
| Frequenzbereich | Reichweite in Gebäuden | Datenrate | Typische Nutzung |
|---|---|---|---|
| 433 MHz | gut, durchdringt Wände zuverlässig | niedrig | ältere und einfache Systeme, viele Fremdgeräte im Band |
| 868 MHz | gut, in Europa für Alarmtechnik reserviertes Segment | mittel | Standard bei den meisten aktuellen Alarmsystemen |
| 2,4 GHz | geringer, wird von Wänden stark gedämpft | hoch | Kameras und Bildübertragung, seltener reine Melder |
Für Melder ist 868 MHz aus gutem Grund verbreitet: Der Bereich ist in Europa für solche Anwendungen vorgesehen, weniger überlaufen als 433 MHz und durchdringt Wände deutlich besser als 2,4 GHz. Reichweitenangaben der Hersteller beziehen sich fast immer auf Freifeld. In einem Haus mit Stahlbetondecken, Fußbodenheizung oder metallbedampften Fenstergläsern bleibt davon erfahrungsgemäß nur ein Bruchteil übrig. Plane deshalb Repeater ein, wenn Keller oder Garage angebunden werden sollen.
Ein zweiter Punkt: bidirektionale Übertragung. Einfache Systeme funken nur in eine Richtung, der Melder sendet und weiß nicht, ob die Zentrale ihn gehört hat. Bidirektionale Systeme quittieren jede Meldung. Nur so lässt sich sicher feststellen, dass ein Melder noch erreichbar ist.
Verschlüsselung, Rolling Code und Jamming
Hier trennt sich Spielzeug von Sicherheitstechnik. Drei Begriffe solltest du auseinanderhalten:
Verschlüsselung verhindert, dass jemand den Funkverkehr mitliest. Üblich sind AES-basierte Verfahren. Systeme, die dazu gar keine Angabe machen, sind ein Warnzeichen.
Rolling Code verhindert den Replay-Angriff. Bei einem festen Code genügt es, das Signal einer Fernbedienung einmal aufzuzeichnen und später erneut zu senden, um die Anlage unscharf zu schalten. Bei einem wechselnden Code ist ein aufgezeichnetes Signal wertlos, weil es nur einmal gültig ist.
Jamming-Erkennung ist der Punkt, den die meisten übersehen. Ein Angreifer muss den Funkverkehr gar nicht entschlüsseln, es genügt, ihn zu übertönen. Dagegen hilft keine Kryptografie. Es hilft nur eine Zentrale, die bemerkt, dass sie plötzlich nichts mehr empfängt oder dass der Störpegel dauerhaft erhöht ist, und das selbst als Alarm behandelt. Ebenso wichtig ist die Anwesenheitsüberwachung: Jeder Melder meldet sich in festen Intervallen. Bleibt eine Meldung aus, gibt die Zentrale eine Störung aus, statt den Melder stillschweigend zu vergessen.
Batterien und Sabotageüberwachung
Batteriebetrieb ist kein Nachteil, solange die Anlage ihn transparent macht. Achte auf diese Punkte:
- Batterie-Warnung mit Vorlauf: Die Zentrale muss den schwachen Melder namentlich melden, nicht nur ein Sammelsymbol anzeigen.
- Handelsübliche Zellen: Systeme mit proprietären Akkupacks binden dich langfristig an Nachschub vom Hersteller.
- Sabotagekontakt in jedem Melder: Wird ein Gehäuse geöffnet oder ein Melder von der Wand gerissen, muss das auch im unscharfen Zustand alarmieren.
- Sabotageüberwachung der Außensirene: Abreißen oder Aufschäumen sollte Alarm auslösen, die Sirene braucht eine eigene Notstromversorgung.
- Temperaturbereich prüfen: Außenkomponenten wie Bewegungsmelder verlieren im Winter deutlich an Batterielaufzeit.
Praktisch bewährt hat es sich, alle Melderbatterien einmal jährlich zu einem festen Termin zu tauschen, statt auf Einzelmeldungen zu warten.
Planung der Funkstrecke im Haus
Bevor du Melder bestellst, lohnt ein kurzer Blick auf das Gebäude. Funk verhält sich im Bestand oft anders als erwartet, und die üblichen Dämpfungs- quellen sind gut bekannt.
Stark dämpfend wirken Stahlbetondecken und -wände, Fußbodenheizungen mit Metallgittern, metallbedampfte Wärmeschutzverglasung, Aluminiumkaschierung in der Dämmung und massive Brandschutztüren. Eine Zentrale im Keller ist deshalb fast immer die schlechteste Position, auch wenn sie dort unauffällig steht.
Praktisch bewährt hat sich diese Reihenfolge: Zentrale möglichst zentral im Gebäude und nicht im Keller platzieren, dann jeden geplanten Melderort mit einem angelernten Testmelder ausprobieren, bevor du klebst oder bohrst. Viele Systeme zeigen die Funkfeldstärke pro Melder an. Ein Melder, der nur knapp erreichbar ist, fällt spätestens dann aus, wenn im Winter die Batteriespannung sinkt oder jemand einen Metallschrank davorstellt. Plane für kritische Bereiche wie Keller, Garage oder Nebengebäude von vornherein einen Repeater ein.
Ein zweiter Punkt betrifft die Zentrale selbst: Sie sollte nicht dort stehen, wo zuerst eingedrungen wird, und nicht sichtbar im Flur. Wird die Zentrale in den ersten Sekunden zerstört, hilft die beste Verschlüsselung nichts. Deshalb ist die Kombination aus versteckter Zentrale, Sabotagekontakt und sofortiger Meldungsweiterleitung bei Gehäuseöffnung wichtiger als die reine Meldezahl.
Nachrüstung in Mietwohnungen
Für Mieter ist die Funkanlage oft die einzige realistische Option. Die Grenze verläuft zwischen rückstandslos entfernbar und Eingriff in die Bausubstanz.
Unkritisch sind in der Regel Zentrale, Innensirene, geklebte Tür- und Fensterkontakte und frei stehende Bewegungsmelder. Zustimmungspflichtig wird es bei allem, was dauerhaft in die Fassade greift, also insbesondere bei einer außen montierten Sirene, sowie bei Änderungen an Türen und Fenstern selbst.
Zwei Punkte, die in Wohnungen häufig übersehen werden: Der Flur im Mehrfamilienhaus ist Gemeinschaftseigentum, eine Überwachung dort ist nicht ohne Weiteres möglich. Und die Innensirene wird auch die Nachbarn treffen. Ein verlässlicher Betrieb ohne Fehlalarme ist in der Wohnung deshalb noch wichtiger als im freistehenden Haus.
Zusammenspiel mit dem Rest der Sicherung
Eine Funkanlage ist ein Meldesystem, kein Widerstand. Sie entfaltet ihren Nutzen erst mit dem Rest:
- Die Außenhaut sichern Öffnungs- und Erschütterungsmelder an Fenstern und Türen. Wie du die Mechanik dahinter aufrüstest, steht im Ratgeber zur Fenstersicherung.
- Der Schließzylinder ist häufig der schwächste Punkt der Haustür und lässt sich unabhängig von der Alarmanlage austauschen, siehe Schließzylinder.
- Eine Kamera liefert das Bild, das eine Leitstelle für die Alarmverifikation braucht. Was dabei technisch zu beachten ist, steht unter Überwachungskamera außen.
Die grundsätzliche Einordnung von Anlagentypen, VdS-Klassen und Aufschaltung findest du im Übersichtsartikel zur Alarmanlage fürs Haus.
Was das für die Kaufentscheidung bedeutet
Die Auswahl lässt sich auf wenige harte Kriterien eindampfen:
- Bidirektionaler Funk mit Verschlüsselung und wechselndem Code. Fehlt die Angabe im Datenblatt, ist das eine Antwort.
- Jamming-Erkennung und Anwesenheitsüberwachung aller Melder. Das ist die Funktion, die eine Funkanlage überhaupt erst ernst zu nehmen macht.
- Zwei Meldewege, also Mobilfunk zusätzlich zum Internetanschluss, plus Akku in der Zentrale.
- Sabotagekontakte in Meldern, Zentrale und Außensirene.
- Offenes System, damit du Melder nachkaufen kannst, ohne an ein einziges Sortiment gebunden zu sein.
- Realistische Reichweitenplanung mit Repeater für Keller, Garage oder Nebengebäude.
Wenn du zwischen zwei Systemen schwankst, gib dem den Vorzug, das seine Störungen offen anzeigt. Eine Anlage, die eine gestörte Funkstrecke oder eine leere Batterie meldet, ist im Zweifel mehr wert als eine mit der längeren Funktionsliste.
Passende Produkte
XNY 4G Alarmanlage Haus, WLAN Drahtloses Alarmanlage Wohnung mit APP-Benachrichtigung, 24 Stück(5 Bewegungsmelder, 10 Fenster Tür Sensoren, Fernbedienungen, Alarmsirene), Funktioniert mit AlexaXNY99,99 €
CPVAN GSM + WiFi Alarmanlage Haus mit 7" Touch Screen, Kein Vertrag Smart Komplettsysteme mit APP/SMS/Anruf Alarm, 110dB Host, Bewegungsmelder, Tür/Fenster Sensoren, Fernbedienungen, 14 StückCPVAN199,99 €
X-Sense Smart Home Sicherheitssystem AS12, Alarmanlage für Tür und Fenster, Codeschloss für die Haustür mit App, funktioniert mit Alexa, Tür- und Fenstersensoren, Bewegungsmeldern, Smart Home KeypadX-Sense107,54 €
XNY 4G und WLAN Funk Alarmanlage Haus mit 2 Stück 1080P 2MP Überwachungskameras für Innen und Aussen; Alarmanlage Wohnung mit APP,32GB SD-Karte, Kompatibel mit Alexa und Google AssistantXNY199,99 €
ABUS Funk-Alarmanlage Smartvest Pro - Starter-Set mit Zentrale, Öffnungsmelder, Fernbedienung und kostenloser App - Alarmanlage für Haus und Wohnung - Einbruchschutz mit Alarm auf HandyABUS226,72 €
Alarmanlage Haus mit Kamera, 2G/Drahtloses WLAN SMS Alarmanlage mit Bewegungsmelder, 120dB Alarmsirene, Intelligenter Fernbedienung, Kompatibel mit Alexa und Google(13 Teile)TUGARD89,99 €Partnerlinks: Kaufst du über einen dieser Links, erhalten wir eine Provision. Der Preis bleibt für dich gleich.
Häufige Fragen
Sind Funk-Alarmanlagen unsicherer als verkabelte?
Eine gut gemachte Funkanlage mit verschlüsselter, bidirektionaler Übertragung und Störungserkennung ist im Wohnbereich praxistauglich. Unsicher sind vor allem billige Systeme mit unverschlüsselten Festcodes, die sich aufzeichnen und wiedergeben lassen. Der entscheidende Punkt ist nicht Funk oder Kabel, sondern ob die Funkstrecke überwacht wird.
Wie oft muss ich die Batterien wechseln?
Herstellerangaben liegen bei Tür- und Fensterkontakten häufig bei mehreren Jahren, bei Bewegungsmeldern und Außenkomponenten meist kürzer. Kälte und häufige Auslösungen verkürzen die Laufzeit spürbar. Wichtig ist, dass die Zentrale schwache Batterien meldet, bevor der Melder ausfällt.
Was ist Jamming und wie schützt man sich davor?
Jamming bedeutet, dass die Funkfrequenz gezielt mit Störsignalen überlagert wird, damit Melder die Zentrale nicht mehr erreichen. Schutz bietet keine Verschlüsselung, sondern eine Zentrale, die den Verlust des Funkverkehrs selbst als Störung erkennt und alarmiert. Diese Funktion heißt je nach Hersteller Jamming-Erkennung oder Funkstörungsüberwachung.
Darf ich als Mieter eine Funk-Alarmanlage installieren?
Komponenten, die nur geklebt oder mit wenigen Schrauben befestigt werden, sind in der Regel unproblematisch, solange du beim Auszug zurückbaust. Eingriffe in die Bausubstanz, etwa eine fest verschraubte Außensirene an der Fassade, brauchen die Zustimmung des Vermieters. Halte Absprachen schriftlich fest.
Funktioniert die Anlage bei Stromausfall weiter?
Die Zentrale sollte einen Akku für einen Überbrückungsbetrieb haben, Funkmelder laufen ohnehin auf Batterie. Kritisch ist der Meldeweg: Fällt mit dem Strom auch der Router aus, bleibt nur die Mobilfunkübertragung. Ein Gerät mit eingebautem Mobilfunkmodul ist deshalb die robustere Wahl.